naglowek

Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Masuren, ein Teil des ehemaligen Ostpreußen, ist eine der schönsten Regionen Europas. Der Reichtum der Natur, die Städte und Dörfer mit jahrhundertlanger Tradition, die mittelalterlichen Burgen, und die gotischen Kirchen von großer architektonischer Qualität und künstlerischem Wert bilden unsere „kleine Heimat“.

Die Idee des Markierens der Route der gotischen Kirchen und der Orgelmusik im südlichen Masuren ist es, Einwohner und Touristen auf den Spuren der Geschichte unserer Region zu führen und ihnen das materielle und geistige Erbe, die Tradition und die Bräuche der hier wohnenden Bevölkerung näher zu bringen. Die Route verbindet Orte und Menschen miteinander mit der universellen Sprache der Architektur.

Der Pfad umfasst am Anfang Pasym (Passenheim) und Dźwierzuty (Mensguth), wo sich die zwei ältesten im südlichen Masuren erhaltenen gotischen Gotteshäuser befinden, die beide aus dem 14. Jhdt. stammen. Beide Kirche, Eigentum der evangelisch-augsburgischen (lutherischen) Gemeinde in Passenheim, besitzen eine wertvolle historische Ausstattung, die ein Zeugnis der früheren Zeiten und auch eine Informationsquelle zur Geschichte dieser Region und der mit ihr verbundenen Menschen ist. Sie zeigen das historische multikulturelle und multikonfessionelle Erbe. Die Gemeinde führt seit Jahrzehnten konservatorische Forschungen und Arbeiten durch, die ein neues Licht auf die Geschichte und Schicksale der Bauwerke werfen.

Lassen sie uns gemeinsam eine Wanderung entlang des Pfades und um ihn herum erleben. Und nach den Schwierigkeiten der Wanderung… lade ich Sie zum Hören der von unserer Gemeinde organisierten Internationalen Konzerte der Orgel- und Kammermusik ein, die jeden Sommer in den Mauern der Kirchen in Pasym (Passenheim) und Dźwierzuty (Mensguth) stattfinden. Gute Musik ist nämlich eine nicht in Worte gefasste Sprache, die Sprache der Seele und des Herzens des Menschen, die Entspannung bringt und in die Welt innerer Harmonie einführt. Schöpfen Sie aus der Orgel- und Kammermusik wahre seelische Genüsse! Ich wünsche viele angenehme Eindrücke und Erinnerungen.

 

 

Pasym (Passenheim), die Stadt am Großen Kalbensee

Pasym (Passenheim) ist ein kleines masurisches Städtchen, malerisch am Großen Kalbensee gelegen und von vielen größeren und kleineren Seen umgeben. Schon von weitem grüßt den Ankömmling der Helmturm der evangelischen Kirche, von dem aus man einen phantastischen Blick auf die Stadt und die sie umgebenden Seen, Wälder und Wiesen hat. Das Panorama der Stadt schmücken noch die drei Türme der römisch-katholischen Kirche (1878), des Rathauses (1855) und des Wasserturms (1910-1911).



Dźwierzuty (Mensguth)

Fährt man von Pasym (Passenheim) in Richtung Biskupiec (Bischofsburg), kommt man zum Dorf  Dźwierzuty (Mensguth). Die Geschichte von Mensguth (Menzelsgut – Menczelszgut, Swersutten, Syrgut, Mensguth)  sind sechs Jahrhunderte interessanter Ereignisse. Die Geschichte Dźwierzut (Mensguths) und seiner Kirche enthält noch viele Unbekannte. Dies erfordert die Untersuchung von Dokumenten, die Suche nach Informationen.

Sie sind zu den folgenden Ausgaben des Führers und auch zu historischen Forschungen zu der Vergangenheit unserer Ortschaften eingeladen.

 

 

     Die evangelische Kirche in Pasym (Passenheim) und ihre Architektur

Die erste Kirche auf dem Gebiet Passenheims wurde kurz nach der Gründung des Kirchdorfs Heinrichswalde errichtet. Da Dokumente darüber fehlen, lassen sich weder das Entstehungsdatum noch ihre genaue Lage bestimmen. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um ein hölzernes Gotteshaus in der Umgebung der heutigen evangelischen Kirche. Gegen 1350 wurde der Grundstein zum Bau einer neuen Kirche gelegt, die 1391 fertiggestellt wurde. Das Gotteshaus hatte den Charakter einer Wehrkirche und fügte sich in die Stadtmauern ein, wobei sie ein wichtiges Verteidigungselement in der Struktur der Stadt darstellte.

 

Trotz zahlreicher Renovierungen, Reparaturen und Umbauten bewahrten die Fassaden des Hauptschiffes und des Kirchturms zahlreiche Elemente der ursprünglichen, mittelalterlichen architektonischen Ausstattung. Im Rahmen der Konservierungs- und Renovierungsarbeiten an der Kirche bemühte man sich darum, diese zu zeigen und hervorzuheben, um so mehr, da man daran auch Überreste farbiger Schichten gefunden hat: Ornamente und Muster, die davon zeugen, dass in der Vergangenheit die Wände der Kirche und architektonische Elemente wie Fenster und Portale sehr farbenfroh und sorgfältig dekoriert waren. Bis heute sind an den Leibungen der Fenster und einigen Profilen sowie Friesen der Frontfassade mittelalterliche architektonische Dekorationen erhalten geblieben – Zinnüberzüge mit gemalten Ornamenten an den Fenstern und eine in den Putz gemeißelte Zeichnung zur Dekorierung des Maßwerks an den Friesen.

Darüber und über andere Elemente der gotischen Baustruktur dieser Kirche, aber auch über andere architektonische Elemente der Kirche werden wir in den nächsten Ausgaben des Führers berichten.

 

 

  Die evangelische Kirche in Dźwierzuty (Mensguth) und ihre Architektur

Wenn man durch Dźwierzuty (Mensguth) fährt, so zeichnet sich auf einem der Hügel, versteckt zwischen Bäumen, der Turm der evangelischen Kirche ab. Das Gotteshaus geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Es wurde nach dem Muster spätgotischer Architektur erbaut. Nach einem Brand im Jahre 1695 wurde es umgebaut und um barocke Elemente ergänzt.
1949 wurde die Kirche in das Denkmalregister der Wojewodschaft Allenstein eingetragen. Diese Entscheidung wurde wie folgt begründet: die aus dem 14. Jahrhundert stammende und 1695 umgebaute Kirche stellt ein Denkmal der gotischen und barocken Architektur dar (…) Der Turm auf quadratischem Grundriss ist aus Ziegeln gemauert, gotisch, abgeschlossen von einem barocken Giebel. Das Objekt stellt ein Denkmal gotischer und barocker Sakralarchitektur dar.

Tatsächlich muss man bei dem hohen, aus Ziegeln gemauerten Kirchturm an andere mittelalterliche Kirchen in dieser Umgebung denken. Aber…     Zweifellos treten im Bereich des Kirchenschiffs ebenfalls für die gotische Architektur, aber auch spätere Epochen typische Formen auf. So erfordert die Frage der Datierung der Kirche genauer Forschungen und Klarstellungen.


Die Orgelmusik

Die Kunst begleitet von Anfang an das Christentum als Ausdruck des Glaubens und der Frömmigkeit. Die evangelische Kirche ist ein besonderer Ort, wenn es um Orgel- und Sakralmusik geht. Die Reformation hat einen großen Beitrag zur Entwicklung der Musik geleistet und den Grundstein zur europäischen Musikkultur gelegt. Der charakteristischste Impuls für die Reformation ist die Tatsache einer aktiven Teilnahme am Musikleben. Gemeinsames Singen und Musizieren stellen bis zum heutigen Tag ein besonders lebendiges und attraktives Element des evangelischen Gemeindelebens dar.

Die Orgeln der Kirchen in Pasym (Passenheim) und Dźwierzuty (Mensguth) gehören zu den wichtigsten Elementen der Ausstattung beider Gotteshäuser. Beide Instrumente von einzigartigem Klang verstummten in beiden Kirchen vor einigen Jahrzehnten und  bedurften dringender Renovierungs- und Konservierungsarbeiten, die ihnen die geschichtlichen, künstlerischen und klanglichen Qualitäten wiedergaben. Heute erfreuen sie Musikliebhaber, die an den jährlichen Internationalen Konzerten der Orgelmusik teilnehmen, und dienen den Gläubigen während der Gottesdienste.


Die Orgel gilt verdientermaßen als „Königin der Instrumente”.

Über die königliche Abstammung des Instruments entscheidet nicht nur die Fülle an Klangfarben und Klängen der im so genannten Register enthaltenen Pfeifen, sondern auch der reiche Schatz an musikalischen Werken, die von hervorragenden Komponisten komponiert wurden. In ihrer jahrhundertelangen Geschichte hat die Orgel einen langen Entwicklungsweg zurückgelegt. Generationen arbeiteten an der technischen Vervollkommnung des Instruments, der Erweiterung seiner Skala, der Zahl der Register und Pfeifen. Gleichzeitig nahm die Orgelmusik an Macht und Glanz zu.

 


    Die Orgel in Pasym (Passenheim)


Im Jahre 1705 wurde vom berühmten Königsberger Orgelbauer Johann Josua Mosengel (1663-1731) eine neue Orgel gebaut.

Das Instrument war in einem Manual mit ausgestatte und besaß 12  Stimmen, und deren Namen befinden sich neben den aus Eisen geschmiedeten Registerzügen, die in zwei Reihen zur Linken und Rechten der Tastatur in Reichweite des Spielenden angeordnet waren.

 

Dyspozycja organów w Johanna Josua Mosengela z 1705 r.

Disposition der Orgel von Johann Josua Mosengel aus dem Jahr 1705:

 

Bordun       á 16                               Prinzipal              á 8

Octav         á (?)                               Gedact                 á 8

Quint          á 3                                 Hohlflöt               á 4

Waldflöt     á 2                                 Sedecima             á 1

Mixtur        3 fach                            Terz                     á 1 ⅓

Posaun       á 8                                  Nasat                   á 3

dyspozycję uzupełniały efekty dodatkowe:

Die Disposition ergänzten zusätzliche Effekte (Effektregister):

         Tremulant                                                 Cimbelstern

 

Anfang des 20. Jhdt. wandte sich das Kirchenkollegium mit dem Vorschlag des Umbaus des Instruments an den Orgelbauer Carl Novak aus Königsberg (1866-1929). Carl Novak installierte im alten Schrank der Orgel von Mosengel, ohne die Prospektpfeifen zu nutzen, die seit dieser Zeit nur eine dekorative Rolle zu spielen begannen, ein weiteres Druckluftinstrument mit zwei manuellen Tastaturen und Pedalen. Die Orgel von Novak besaß 20 Stimmen. 1917 wurden die Prospektpfeifen der Orgel von Mosengel zu Kriegszwecken requiriert.

 

Dyspozycja organów Carla Novaka z 1903 r.:

Disposition der Orgel von Carl Novak aus dem Jahr 1903:

 

Manual I (Hauptwerk)                            Manual II (Oberwerk)

 

Bordun                   16’                                       Geigen principal            8’

Principal                8’                                         Gedeckt                          8’

Gedeckt                 8’                                         Salicional                        8’

Gamba                   8’                                         Aeoline                           8’

Trompete               8’                                         Vox coelestis                   8’

Octav                     4’                                          Flöte travers                   4’

Rohrflöte               4’  

Cornet        3-4 fach    


                                          Pedal

                                          Subbass            16’ 

                                          Violon              16’       

                                          Posaune            16’

                                          Octavbass         8’

                                          Flötenbass        8’

                                          Cello                8’

 

Inne registry /Andere Register:             

Manual koppel, Super octav koppel, Pedal koppel I, Pedal Koppel  II; Kombinacje: /Kombinationen: P, MP, F, F.C., A.                               

          

Nach dem Zweiten Weltkrieg brachen schwere Zeiten für die Passenheimer Gemeinde an. In Verbindung mit den zahlreichen Auswanderungen der Masuren leerte sich die Kirche, schließlich verstummte das Instrument.

1993 entstand die Idee, die frühere Orgel aus den Zeiten von J. J. Mosengel wieder aufzubauen. Nach mehrjährigen, nicht einfachen Maßnahmen erfüllten sich die Träume. Die neue Orgel wurde in den Jahren 1997/98 dank der finanziellen Unterstützung des Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit aus Mitteln der Bundesrepublik Deutschland gebaut. Damit die Orgel nicht nur der Liturgie, sondern auch für Konzerte dienen konnte, wurde sie mit 23 Stimmen ausgerüstet. Den prächtigen Spieltisch und die Zungenstimmen stellte die deutsche Firma Lauckhuff her, die übrigen Register und Teile des Instruments baute der Orgelbaubetrieb „Zych“ in Wołomin. Die Orgel erhielt eine mechanische Traktur und traditionelle Windladen mit Klappen, wie sie in den Zeiten von Mosengel bekannt waren. Das erste Werk, das bei der feierlichen Einweihung und Eröffnung der Orgel am 21.06.1998 gespielt wurde, war eine hervorragende Bearbeitung des Chorals von Johann Sebastian Bach zu den Worten von Dr. Martin Luther: Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist (BWV 667).  Seit dieser Zeit erlebt die Passenheimer Orgel in vollen Zügen das Dasein eines Instruments. Sie dient der Liturgie, und dank ihr finden die sommerlichen internationalen Konzerte statt.

 

Dyspozycja organów w Pasymiu:

Disposition der Orgel in Pasym (Passenheim):

Manual I (Hauptwerk)                            Manual  II (Oberwerk)

 

Bordun                16’                                          Hohlflöte             8’

Prinzipal                8’                                         Quintadena          8’ 
Gedeckt                 8’                                         Krummhorn         8’

Trompete               8’                                          Prinzipal              4’ 

Octave                   8’                                          Waldflöte             2’

Rohrflöte               4’                                          Quinta                           1 ⅓’

Quinta                   2 ⅔’                                      Tremolo

Superoctave           2’

Terz                       1 3/5’

Sedecima               1’

Mixtur                   3x 1 3/5’

Tremolo

                                               Pedal

                                               Prinzipalbass       16’

                                               Subbass               16’

                                               Posaune               16’

                                               Oktavbass            8’

                                               Flötenbass             8’

                                               Choralbass            8’

 

Inne registry:/ Andere Register:             

Manual koppel, Pedal koppel I, Pedal Koppel

 

Der Orgelbauer Johann Josua Mosengel legte großen Wert sowohl auf den Klang des Instruments als auch auf seine äußere Ausstattung. Der bis heute bewunderte ungewöhnlich kunstvoll gestaltete Prospekt der Orgel stammt aus dem Jahr 1705..

 

 

   Die Orgel in Dźwierzuty (Mensguth)

 

Das erste bekannte Instrument baute der berühmte Orgelbauer Christoph Heinrich Obuch etwa 1750. Die Orgel besaß 8 Stimmen. Dieses Instrument ist nicht bis heute erhalten. Die heutige Orgel stellte der Orgelbauerbetrieb A.Terletzki Inh. Ed. Wittek aus Elbing im Jahr 1901 her. Vom ursprünglichen Instrument blieb einzig der barocke Orgelprospekt von einem mit Ch. H. Obuch zusammenarbeitenden Holzschnitzer. Die Orgel besitzt eine mechanische Traktur und 12 Stimmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Instrument ernsthaft beschädigt. Es schwieg beinahe 40 Jahre. Im Jahr 2006 machte sich die Gemeinde an seine Reparatur. Die Arbeiten dauerten einige Jahre. Am 16. Mai 2009 fand die Feierlichkeit ihrer erneuten Konsekration statt. Das erste Werk, das damals erklang, war der Choral von Dietrich Buxtehude Komm, Heiliger Geist in der Ausführung von Professor Roman Perucki. Seit dieser Zeit bereichert das Instrument wieder mit seinem Klang die Zuhörer während der Gottesdienste und bei Konzerten.

Dyspozycja organów w Dźwierzutach:/

Disposition der Orgel in Dźwierzuty (Mensguth):

 

Manual I (Hauptwerk) C-f3          Manual  II (Oberwerk) C-f3

Bordun                  16’                               Liebl. Gedackt     8’    

Principal                8’                                Salicional             8’  

Concert Flöte         8’                                Gemshorn            8’

Gamba                   8’                                Flaut Travers       4’

Octave                   4’   

Mixtur                   3 fach

Pedal C-d1                                                Inne rejestry:/Andere Register:

Subbass               16’                                Manual koppel: I/P,  II/P   

Octavbass              8’                                Fußknopf (Tritt): Tutti

                                                                  Zimbelstern


mapka Sehenswürdigkeiten:
Passenheim
1. die evangelisch-augsburgische (lutherische) Kirche (1391)
2. die römisch-katholische Kirche (1876)
3. das Rathaus (1855)
4. Fragmente der Stadtmauern (14. Jhdt.)
5. der Wasserturm (1910-11)
6. as ehemalige Amtsgericht mit Arrest, heute Kinderheim(1904-1908)
7. Torfmoor-Pflanzenreservat„Sołtysek”

Mensguth
8. die evangelisch-augsburgische lutherische Kirche (14./17. Jhdt.)
9. die römisch-katholische Kirche (1876)
10. die Dimmernwiesen, Refugialgebiet für Wasservögel
11. Pflanzenreservat „Kulka“
12. Großer Schobensee



 
Europejski Fundusz Rolny na rzecz Rozwoju Obszarów Wiejskich:
Europa inwestująca w Obszary Wiejskie

Projekt współfinansowany ze środków Unii Europejskiej
w ramach Programu Rozwoju Obszarów Wiejskich na lata 2007–2013





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